Sandra Weeser

Weeser: Verzögerung bei Smart-Meter-Einführung ist energiepolitisches Armutszeugnis für die Bundesregierung

Zu den andauernden Verzögerungen bei der Einführung von intelligenten Messsystemen in der Stromversorgung (Smart Meter) erklärt Sandra Weeser:

"Stromkunden und Energiewirtschaft warten seit 2017 sehnlichst auf die Einführung intelligenter Messsysteme (Smart Meter). Sie spielen eine unverzichtbare Rolle bei der Digitalisierung und Dezentralisierung unserer Stromversorgung. Allerdings wurde die dafür notwendige Zertifizierung durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bis heute nicht abgeschlossen, auch für das restliche Jahr 2018 rechnet in der Energiebranche keiner mehr damit. Das ist ein energiepolitisches Armutszeugnis für die Bundesregierung und insbesondere für das Wirtschaftsministerium. Der Parlamentarische Staatssekretär im BMWi Thomas Bareiß selbst sprach in diesen Tagen auf einer Energietagung von einer "Bankrotterklärung".

Die Bundesregierung und der zuständige Minister Peter Altmaier müssen endlich die zahlreichen energiepolitischen Großbaustellen in den Griff bekommen. Die Energiewende kann nur dann gelingen, wenn intelligente Systeme und dezentrale Lösungen vorhanden sind, der Netzausbau zügig voran kommt und die durch das EEG verursachten Kosten deutlich reduziert werden. Dass die Privatkunden und die Wirtschaft in Deutschland europaweit die höchsten Strompreise bezahlen, kann nicht hingenommen werden. Hier müssen ein offener Wettbewerb und technologieoffene Lösungen her, statt die Kostenspirale des EEG durch Stückwerk und Ideologie immer weiter zu drehen."