Sandra Weeser

Weeser: Im Schneckentempo zum intelligenten Stromzähler

Zur vermeintlichen ersten abgeschlossenen Zertifizierung eines Smart Meter Geräts erklärt Sandra Weeser, Obfrau der FDP-Fraktion im Ausschuss für Wirtschaft und Energie und Berichterstatterin für die energiepolitischen Bereiche Strom und Netze: 

"Nach Jahren des Wartens kündigt der Parlamentarische Staatssekretär aus dem Bundeswirtschaftsministerium Thomas Bareiß bei einer Abendveranstaltung die vermeintliche Zertifizierung des ersten Smart Meters an und stellt 2 weitere Zertifizierungen für 2019 in Aussicht. Damit lässt die Regierung jetzt endlich Geräte zu, die aber leider längst überholt sind und nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik entsprechen. Die Regierung ist im Schneckentempo unterwegs. Sie behindert die Einführung von Innovationen und die Chance auf eine smarte Energieversorgung. Das ist ein Armutszeugnis für die Bundesregierung und insbesondere für das Wirtschaftsministerium. Wir brauchen schnellere Verfahren bei der Zulassung von smarten Innovationen. Intelligente Zähler entlasten das System und sorgen für ein besseres Funktionieren des Gesamtsystems. Der Fall Smart Meter ist symptomatisch für die Gangart der Regierung bei der Energiewende: unkoordiniert, nicht fokussiert und zu langsam.

Die Bundesregierung und der zuständige Minister Peter Altmaier müssen endlich die zahlreichen energiepolitischen Großbaustellen in den Griff bekommen. Die Energiewende kann nur dann gelingen, wenn intelligente Systeme und dezentrale Lösungen vorhanden sind, der Netzausbau zügig vorankommt und die durch das EEG verursachten Kosten deutlich reduziert werden. Dass die Privatkunden und die Wirtschaft in Deutschland europaweit die höchsten Strompreise bezahlen, kann nicht hingenommen werden. Hier müssen ein offener Wettbewerb und technologieoffene Lösungen her. 

Diese gesamtgesellschaftliche Herkulesaufgabe ist nur zu schaffen, wenn wir neuen Technologien schneller zum Markteintritt verhelfen und insgesamt mit höherer Geschwindigkeit am Wandel arbeiten.“