Sandra Weeser

Problemweiche in Unkel

Unkel, 29.10.2018: Die Vorsitzenden der interfraktionellen Parlamentsgruppe Bahnlärm, Detlev Pilger (SPD), Erwin Rüddel (CDU/CSU) und Sandra Weeser (FDP), sowie Nicole Westig (FDP) und MdL Ellen Demuth (CDU) kamen am Bahnhof Unkel zusammen, um gemeinsam mit Verantwortlichen der Deutschen Bahn sowie Vertreterinnen und Vertretern von Bürgerinitiativen und Medien die Bahn-Weiche Nr.12 am Bahnhof Unkel in Augenschein zu nehmen.

 Vorausgegangen waren zahlreiche Anfragen von Anwohnerinnen und Anwohnern in Unkel, die über schlagende Geräusche und Erschütterungen klagen, welche durch schnelle Güterzüge aus Koblenz in Richtung Köln beim Befahren der Weiche 12 im Bahnhof Unkel verursacht würden. Die von den Güterzügen ausgehenden schlagenden Geräusche – nachts zum Teil im Minutentakt – hätten bereits zu Schäden in umliegenden Häusern geführt und ließen selbst bei schallisolierten Fenstern keinen Schlaf zu.

 Da entsprechende Eingaben und Vor-Ort-Gespräche mit den betroffenen Anwohnerinnen und Anwohnern bisher zu keiner Lösung führten, hat die Parlamentsgruppe Bahnlärm nun beschlossen, in der Sache tätig zu werden. Mit dem Besuch in Unkel wollten sich die Parlamentarier vor Ort selbst ein Bild machen. „Damit verbunden ist auch eine Aufforderung an die Bahn, nun schnellstmöglich dafür zu sorgen, dass die Menschen in Unkel nachts wieder schlafen können“, führt Detlev Pilger (SPD) aus, dessen benachbarter Wahlkreis Koblenz ebenfalls stark vom Bahnlärm betroffen ist.

 „Wir haben in Sachen „Bahnlärm“ gemeinsam mit den Bürgerinitiativen viel erreicht. Diesen Weg gehen wir konsequent und nachhaltig weiter. Durch Einsatz von weiteren lärmreduzierenden technische Maßnahmen müssen die Bürger zusätzlich deutlich entlastet werden“, erklärt Erwin Rüddel (CDU) während des Ortstermins. Für Sandra Weeser (FDP) ist dies eine Problem, das nach einer schnellen Lösung verlangt: „die heute beschlossenen Lärm- und Erschütterungsmessungen müssen nun schnell durchgeführt werden, damit wir zu belastbaren Fakten kommen.“

Den Abgeordneten war es wichtig, dass nach diesem konstruktiven Gespräch zeitnah eine Lösung vorgelegt wird, die das Problem dauerhaft löst. Die verantwortlichen Vertreter der Deutschen Bahn versicherten, sich zügig um entsprechende Lärm- und Erschütterungsmessungen zu kümmern. Es bleibt daher die Messungsergebnisse abzuwarten, um dann die weiteren Schritte zu besprechen. 

Hintergrund

In der vergangenen Legislaturperiode hatte sich die Parlamentsgruppe „Bahnlärm“ erstmals gegründet, um das Anliegen der vom Bahnlärm Betroffenen mit Nachdruck ins Parlament zu tragen und gesetzliche Regelungen voranzubringen. Diese erfolgreiche Arbeit setzen wir in der 19. Wahlperiode des Deutschen Bundestags fort. Schon jetzt haben sich fast 100 Kolleginnen und Kollegen aus allen Fraktionen in unserer Parlamentsgruppe zusammengefunden.

Unsere Kernforderung bleibt die deutliche Reduzierung des Bahnlärms. Nachdem die gesetzlichen Weichen gestellt wurden, um den Bahnlärm bis Ende 2020 zu halbieren, müssen auch über das Jahr 2020 Perspektiven entwickelt werden. Wenn die Bahn bei der Mobilität der Zukunft eine größere Rolle spielen soll, bleibt der Lärmschutz eine Daueraufgabe.